Besondere Baumexemplare, alte Wege, ungewöhnliche Geländestrukturen und schon fast vergessene Flurnamen. Sie alle erzählen über Arbeitstechniken, Holznutzungen und Lebensweise derjenigen, die diesen Ort besiedelt und die Landschaft geprägt haben… eine detektivische Reise in die Vergangenheit.
Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung gehör(t)en vor allem in den höheren Lagen Vorarlbergs meist zusammen. So auch bei Bregenz/Fluh, wo wir uns einen Wald genauer anschauen. Die traditionelle Vielfachnutzung ist noch zu erkennen. Einiges sehr konkret, anderes nur noch in der Erinnerung/Erzählung. Alte Flurnamen geben Auskunft über Arbeitstechniken, Holznutzung und -Verarbeitungsmethoden, von denen nur die Eingeweihten noch wissen. Märchen die erzählt und Lieder die an diesem Ort gesungen wurden, alles Schätze, die es zu heben gibt, die die Geschichte eines Hofes schreiben, die Gegenwart bereichern und sich vielleicht sogar weiterentwickeln lassen.
Das Wissen das heute noch in manchen Wäldern und in den Köpfen derjenigen, die sie bewirtschaftet haben steckt, droht verloren zu gehen. Es wird Zeit altes Wissen und Handwerkstechniken abzuholen, daraus zu lernen, weiterzuentwickeln, zur Verfügung zu stellen und das was wir vielleicht für unsere nahe Zukunft brauchen, wieder lebendig werden zu lassen. Denn wie Erwin Thoma in seinem Buch Die sanfte Medizin der Bäume schreibt: „Wenn wir verlernen einfache Dinge selber zu verrichten, brauchen wir immer mehr Energie.“ Darüber lohnt es sich nachzudenken.
Die Führung wurde im Rahmen des österreichischen Lehrgangs „Forst & Kultur“ entwickelt.
Dauer: ca. drei Stunden (9 bis 12 Uhr)
Termin: Samstag, 24. Oktober2020, 9 Uhr
Referentin: Mag. Karin Müller-Vögel
Anmeldung über die VHS Bregenz.
